und die Feen ziehen schon von Haus zu Haus
und bereiten vor den Frühlings-Putz!
...oh Schmaus, oh Graus!
< ;o)

Es saß ein klein wild Vögelein
auf einem grünen Ästchen.
Es sang die ganze Winternacht,
die Stimme mußt´ ihm klingen.
Sing du mir mehr, sing du mir mehr,
du kleines, wildes Vögelein!
Ich will um deine Federlein
dir Gold und Seide winden.
Behalt dein Gold, behalt dein Seid',
ich will dir nimmer singen.
Ich bin ein klein wild Vögelein,
und niemand kann mich zwingen.
Komm du herauf aus tiefem Tal,
der Reif wird dich auch drücken!
Drückt mich der Reif, der Reif so kalt,
Frau Sonn wird mich erquicken.

"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan.
Alt' und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden;
denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo's eitel gute Kinder hat."
"Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern."
"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: "So ist es recht!
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauß' vom Walde komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hier drinnen find!
Sind's gute Kind sind's böse Kind?
Theodor Storm (1817-1888)
***


Ich bin im Winterwald verirrt. Kann keinen Weg mehr finden.
An allen Tannenzweigen klirrt der Schnee in kalten Winden.
Da huscht ein Wichtelmann vorbei mit Hack und blankem Spaten.
Da ziehen Rehe fromm und scheu auf die verschneiten Saaten.
Da sitzt die Eisfrau tief im Grund und spinnt an Silberwocken.
Und tut den Zwergen Weisheit kund, die lauschend um sie hocken.
Auf weißem Hirsch kommt fein und stolz ein Elf vorbeigeritten.
Ein anderer fährt durchs Unterholz auf einem goldnen Schlitten.
Ein dritter winkt mir lachend zu aus den Machangelzweigen,
ein vierter tanzt ohn' Strümpf und Schuh im Schnee nach lustigen Geigen.
Kreuzschnäbel fliegen rot wie Blut durch silberweiße Äste.
Sie bauen schon für ihre Brut am halbverschneiten Neste.
Da kommt ein großer Wandersmann vom Berge her gegangen.
Sein Bart ist bis zur Brust heran mit lauter Eis behangen.
Sein langer blauer Mantel weht, sein Blick sucht in die Weite.
Ein griesegrauer Wolfshund geht behutsam ihm zur Seite.
Da schweigt der muntre Geigenklang, da wird die Luft so leise.
Nichts stört des mächtigen Alten Gang und seine ewige Reise.
Nur in der Tannen grün Geäst die Kreuzschnäbel singen.
Und um ihr kleines, warmes Nest geht frühlingsfrohes Klingen.
Der Alte hört's. Er steht und schaut und lächelt in die Tannen.
Das Eis in seinem Bart zertaut, und still geht er von dannen.